Presse
Auszüge aus der Begründung zur Vergabe der "Potsdamer Gastlichkeit 2008/09":
" Bevor der Gast Gelegenheit hat sich mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen, trifft er auf Herrn Dierichs, der die Gäste herzlich begrüßt, zum Tisch geleitet, den Damen aus dem Mantel hilft und eine kurze Einleitung zur Geschichte des Hauses gibt.
Mehrfach am Abend bemühen sich Herr Dierichs und Frau Klemm, die Inhaberin, um die Gäste. Beeindruckend ist, wie viel Zeit sie sich dabei nehmen, ohne dass sich ein Gast benachteiligt fühlt. Herr Dierichs hat in der Toscana seblst einige Jahre ein Weingut geleitet und weiß Details zum und um den Wein zu berichten. Die Umgestaltung des alten Obsthofes in eine Weinhandlung mit unverputzten Wänden, harmonierenden Möbeln, großen bis zum Fußboden reichzenden Fenstern, die dem Raum eine große Tiefe geben, ist gelungen....
Uns hat irritiert, dass das Wort Gelegenheitswirtschaft sich an vielen Orten widerspiegelt. Uns hat sich der tiefere Sinn dazu nicht erschlossen. Für uns ist dies eine gut sortierte Weinhandlung mit einer kleinen und feinen Küche, in der wirklich täglich frisch gekocht wird."
Anmerkung von a & o: Vielen Dank an den Tester! Wir sehen das mittlerweile genauso und haben unseren Namenszug um die Bezeichnung BRASSERIE erweitert.
Der Weg zum vernünftigen Korkenzieher!
Die ARD drehte bei uns für die Sendereihe ARD- Ratgeber Technik einen Beitrag, den Sie sich unter nachfolgendem Link ansehen können. Einfach in den Browser kopieren!!
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/1436134
Locatiocheck RADIO 1
Zum Anhören den Link in Ihren Browser kopieren! http://www.weinlesung.de/pageID_5637298.html
Artikel im Werderaner Generalanzeiger:
"Wir stellen vor:
alfred & otto
alfred & otto, die Weinhandlung und Brasserie präsentiert sich mittlerweile in einem neuen Gewand. Anlässlich der Baumblüte wurde die Fassade des in der Brandenburger Strasse 12 befindlichen Weinrestaurants neu gestaltet und verspricht bereits äußerlich, was dann im Inneren auch gehalten wird. Gute Weine, gutes Essen zu einem fairen Preis. Das Ganze in einer liebvoll restaurierten Scheune und dem dazugehörigen Innenhof.
Das sich nunmehr hinter dem Weinhandel auch ein Restaurant mit einer ambitionierten Küche und einer kleinen und ausgefeilten Karte versteckt, hat sich nicht nur bei den Werderanern und auswärtigen Stammgästen herumgesprochen.
„ Unsere Gäste wollten sitzen bleiben und zum guten Wein auch eine Kleinigkeit essen. Da lag es nahe, sich kulinarisch zu erweitern.“ - verrät die Inhaberin Kathrin Klemm. „Wir kochen eine ambitionierte Landküche, die besten Gerichte aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Wir wechseln wöchentlich unsere Karte mit max. 8 Gerichten, damit jeder der ca. 350 Weine auch mal ein passendes Gericht erhält.“
Das Team vom alfred & otto kokettiert ein bisschen damit, keine Kellner zu haben- dafür wird man aber herzlich und gut beraten und fühlt sich als Gast stets willkommen. Der Hintergrund der gewagten Aussage steckt in dem Umstand, dass alle Mitarbeiter- außer dem Koch- aus anderen Berufen stammt und in diesen auch noch tätig ist. Damit erlaubt man sich eine wohltuende Gelassenheit und unprätentiöse Art, locker und nicht steif.
Das trotz des umfangreichen Kulturangebotes wie Theater, Lesung & Musik der Wein im Mittelpunkt allen Geschehens geblieben ist, wird spätestens bei der Weinberatung durch den Schauspieler & ehemaligen Winzer Stephan Dierichs deutlich, der durch die hauseigene Weinwelt führt und viele Geschichten um Inhalt und Qualität zu berichten weiß.
Mittlerweile haben dem alfred & otto auch radioeins und die ARD ihre Aufwartung gemacht, so dass sich an den Wochenenden eine Reservierung empfiehlt.
Das sich die Brandenburger Strasse mit ihrem spröden Charme mehr und mehr an die traditionell gewachsene Insel anschließt, hat auch mit dem Mut und der Kreativität von Leuten wie dem Team von alfred & otto zu tun die beweisen wollen dass:“… eine schlechte bis mittelmäßige Lage durch die Qualität geschlagen werden kann!“ Das sind doch gute Aussichten!"
Juni 2009, Artikel in der WE- Beilage der MAZ
Kochen wie bei Fallada
Kathrin und Lars Klemm wollten eigentlich mal in den USA eine Jazzbar aufmachen – jetzt haben sie sich in Werder mit der Weinhandlung und Gelegenheitswirtschaft „Alfred & Otto“ einen Traum auf märkischem Boden erfüllt.
Von Sebastian Meyer
Ein genießerischer Schöngeist ist er – und ein Schelm. „Das hier ist die Donnerstagsgesellschaft für Kunst und Kommunikation“, erklärt Stephan Dierichs, macht eine wohlüberlegte Pause, und ergänzt mit spitzbübischem Lächeln: „Eine bessere Umschreibung für trinken und sich unterhalten.“
Der 50-jährige Schauspieler, der einige Zeit auf einem Toscana-Weingut lebte, hat sich eingerichtet in der Werderaner Weinhandlung „Alfred & Otto“. Eben noch gab er einem Kunden Ratschläge über den passenden Tropfen, jetzt sitzt er am schweren Holztisch und spricht darüber, was die selbst ernannte Gelegenheitswirtschaft so besonders mache. „Wir sind geschmacksbildend unterwegs. Sowohl was Speisen als auch den Kulturbetrieb angeht“, sagt er, blickt sich um, und fügt hinzu: „Das einzige Museum, in dem man alles kaufen kann.“
Tatsächlich gibt es im „Alfred & Otto“ vieles, was man gerne sofort mitnehmen und bei sich zu Hause aufhängen möchte. Bilder der Inhaberin Kathrin Klemm, gemalt im düster-fotorealistischen Edward-Hopper-Stil, rustikale Möbel und natürlich allerlei kulinarische Köstlichkeiten. Wie ein Museum wirkt es hier aber nicht. Zu gemütlich haben es Kathrin und ihr Mann Lars Klemm eingerichtet.
Dabei hatten sie eigentlich was ganz anderes vor. Kathrin Klemm war auf der Suche nach einem Atelier, als die 46-Jährige die ehemalige Obsthandlung in der Brandenburger Straße entdeckte. Sofort war ihr und ihrem Mann klar, dass die Räumlichkeiten für etwas anderes bestimmt sein würden. „Wir fingen im Kopf sofort an zu bauen. Was man da alles draus machen könnte“, erzählt der 48-jährige Lars Klemm, der eigentlich gelernter Baudenkmalpfleger ist. „Leider ist es nicht bei der Kopfarbeit geblieben“, erinnert er sich an mühsame Stunden zwischen Staub und Schutt. Und Kathrin Klemm klagt: „Ich habe schon lange keinen Pinsel mehr in der Hand gehabt.“
Die Entbehrungen haben sich gelohnt: Das „Alfred & Otto“ ist der Traum eines jeden Genussmenschen. Mit viel Liebe zum Detail haben die Klemms ein Ambiente geschaffen, in dem der Charme der Vergangenheit mit der Eleganz der Moderne eine glückliche Ehe eingegangen ist. Nicht nur der Name der Gelegenheitswirtschaft – Alfred und Otto waren die Großväter von Kathrin und Lars Klemm – erzählt von einer anderen Zeit.
Auf der Hofmauer wächst noch der alte Weinstock, die alten Holztore wurden zum Toilettentisch im Gäste-WC umfunktioniert oder in den Kochtresen eingebaut. Und in einer der Wände aus Glindower Ziegeln wurde ein Kamin eingebaut, dessen Feuer an kalten Tagen lodert. Zusammen ergeben die lichtdurchfluteten Räume ein Reich, in dem neben einer „Cross-Over-Küche“ – die besten Gerichte aus Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland bei Preisen zwischen 5,60 und 12,80 Euro – auch Jazz, Klassik, Theater und die Literatur Einzug gehalten haben.
Musikergrößen wie die Harfinistin Maria Todtenhaupt treten hier auf, es gibt Kochkurse, Anleitungen zur Pralinenherstellung und natürlich den Weinhandel mitsamt Weinlesungen – und Kursen von Stephan Dierichs. Durch eine Freundin war er auf die Klemms gekommen – mittlerweile haben sie sich zu dritt gut eingelebt in Werder.
Zuletzt kochten sie Rezepte des Schriftstellers Hans Fallada – Wurst, Biscuits und Gurken hat er laut Dierichs besonders gemocht – demnächst dürfen die Gäste auch die Lieblingsspeisen von dem französischen Schauspieler Gérard Depardieu kennenlernen. Und mit dem Weinhandel haben die Klemms und Dierich eine alte Werderaner Tradition wiederbelebt. Bis zur Eröffnung von „Alfred & Otto“ gab es in der Umgebung kein einziges Weinfachgeschäft – und das in unmittelbarer Nähe des traditionsreichen Wachtelbergs, Europas nördlichstem Weinbaugebiet.
Noch stehen die Chardonnays, Sauvignons und Burgunder nahezu überall herum – in Zukunft soll die historische Erdscheune als Weinkeller dienen. Dort, wo früher die Winteräpfel lagerten, fanden die Klemms ein kleines Loch in der Wand, in dem ein paar alte Obstweinflaschen aus den 1940ern lagen. Die damaligen Bewohner hatten sie wahrscheinlich aus Angst vor der Roten Armee dort versteckt. Lars Klemm wertete das als einen Wink des Schicksals. „Da war uns klar: Wir werden die 800-jährige Weinbautradition am Wachtelberg auf unsere Weise fortführen.“
Etwas überrascht sind die Klemms selber, dass es so gekommen ist. Denn eigentlich hatten sie immer den großen Traum, in San Francisco eine Jazzbar zu eröffnene. Als Kindern des Ostens blieb ihnen das zunächst verwehrt. Umso glücklicher sind sie, nun im „Alfred & Otto“ etwas geschaffen haben, das Menschen zusammen bringt.
auch unter:
http://www.mazarchiv.de/_suche/15503/maz2009/c_200906/alfred__otto_kochen_wie_bei_fallada.html